Freundlichkeit und Hilfbereitschaft
Bei diesem Stichpunkt können sich vor allem die Deutschen mal eine riesige Scheibe abschneiden.
Es ist fast unglaublich, wie abweisend manche Deutsche gegenüber ausländischen Mitbürgern sind. O.K. ich habe selber auch schon sehr schlechte Erfahrungen mit Ausländern in Deutschland gemacht, aber wenn ich die ganzen ausländischen Studenten bei uns an der FH Offenburg sehe, wie sehr sie sich mehr Kontakt zu uns Deutschen wünschen, ihn aber eher selten bekommen, dann ist das schon traurig.
Ich weiß nicht, die Finnen handhaben das alles anders, hier sind alle unheimlich freundlich zu uns. Jeder freut sich, wenn er uns sieht: „Ah, ihr kommt also aus Deutschland…“ und erzählt uns von seinem Sprachkenntnissen und Besuchen in Deutschland.
Sogar im Supermarkt vor unserem Wohnheim kennt man uns schon gut und begrüßt uns mit gebrochenem „Guten Tag“ und fragt wie es uns geht, ob es uns hier auch gefällt. Des öfteren hat man uns auch schon drauf hingewiesen, was wir unbedingt mal zu essen probieren müssen.
Auch als wir hier angekommen sind: Lasse, unser Tutor, hat sich extra ein Auto besorgt, dass er uns vom Flughafen abholen kann (das sind immerhin knapp 200 km hin und zurück), er hat uns in den ersten Tagen hier alles gezeigt und wir können auch weiterhin jeder Zeit zu ihm kommen und fragen, was uns auf der Seele brennt. Regelmäßig vor jeder Party oder sonstigen Veranstaltung, die hier stattfindet, steht er bei uns auf der Matte und fragt, ob wir mitkommen wollen.
Hanna hat uns am zweiten Tag mit dem Auto zu einer Art Großmarkt mitgenommen, wo wir erst mal Putzmittel, Wäscheständer und neues Bettzeug gekauft haben.
Als wir dann später beim Saubermachen waren, kam sie noch einmal vorbei und hat uns von ihrer Mutter neue Überzüge für unsere super ekligen Matratzen mitgebracht. Ich fand das so nett von ihr – wer würde so was in Deutschland machen???
Oder: Auf der letzten Party stand ich zum rauchen auf dem Balkon, umgeben von ca. 10 anderen Finnen. Einer von ihnen meinte dann, sie müssten jetzt alle auf Englisch reden, damit ich mich nicht benachteiligt fühle. Und siehe da, auf einmal haben sich alle auf Englisch unterhalten, nur damit ich verstehe, was sie sagen.
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